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Vergleichsmethodik · Stand 03.09.2026

Kosten: Die kleine Zahl mit langer Wirkung

0,5 Prozentpunkte Unterschied wirken unscheinbar. Über Jahrzehnte können sie jedoch viele Tausend Euro Endkapital und einen spürbaren Teil der späteren Monatszahlung kosten.

Direkte Antwort
  • Der gesetzliche Deckel von 1,0 % Effektivkosten gilt für das Standarddepot – nicht automatisch für jedes Altersvorsorgedepot.
  • Effektivkosten zeigen die durchschnittliche Renditeminderung durch Kosten.
  • Für den Vergleich zählen Vertrag, Anlage und Auszahlung zusammen.
  • Finale Anbieterpreise liegen noch nicht vollständig vor; Ranglisten wären derzeit verfrüht.

Gilt immer ein Kostendeckel von 1 %?

Nein. Das Bundesfinanzministerium nennt die Grenze ausdrücklich als Merkmal des gesetzlich definierten Standarddepots. Dessen Effektivkosten dürfen maximal 1,0 % betragen. Andere Altersvorsorgedepots können eine breitere Auswahl oder zusätzliche Leistungen bieten; ihre tatsächlichen Kosten müssen anhand der finalen Vertragsunterlagen geprüft werden.

Häufiges Missverständnis: „Maximal 1 %“ ist kein Gütesiegel für alle Produkte. Auch 1 % kann über 30 Jahre teuer sein – und ein Angebot unterhalb der Grenze kann zusätzliche Einzelkosten enthalten, die im Gesamtvergleich berücksichtigt werden müssen.

Welche Kosten gehören in einen fairen Vergleich?

KostenblockWas geprüft werden sollte
Vertrag und DepotJährliche Grundgebühr, prozentuale Verwaltungskosten und mögliche Mindestentgelte.
Fonds und ETFsLaufende Fondskosten sowie gegebenenfalls erfolgsabhängige Vergütung.
Käufe und UmschichtungenOrderentgelte, Sparplankosten und Kosten für die Umschichtung vor Rentenbeginn.
Wechsel und ÜbertragungEntgelte beim Anbieterwechsel oder bei der Übertragung eines Altvertrags.
AuszahlungsphaseKosten des Auszahlplans oder der Verrentung sowie mögliche Abschlusskosten beim Wechsel.

Was bedeutet „Effektivkosten“?

Effektivkosten drücken aus, um wie viele Prozentpunkte die jährliche Rendite im Durchschnitt durch Kosten sinkt. Bei 5 % Bruttorendite und 1 % Effektivkosten bleiben modellhaft 4 % Nettorendite. Das ist vergleichbarer als eine einzelne Depotgebühr, ersetzt aber nicht den Blick auf konkrete Eurobeträge und Sonderkosten.

Ein vereinfachtes Langfristbeispiel

Wer 30 Jahre lang monatlich 150 € einzahlt und vor Kosten 5 % Rendite erzielt, erreicht ohne Zulagen modellhaft rund 112.000 € bei 0,5 % laufenden Kosten. Bei 1,0 % sind es rund 103.000 €. Die Differenz liegt in diesem vereinfachten Beispiel bei ungefähr 9.300 €.

Das Beispiel dient nur der Größenordnung: Einzahlungstermin, Renditereihenfolge, Zulagen, konkrete Gebühren und Rundung verändern das Ergebnis. Unser Rechner berechnet den Kosteneffekt mit denselben Zahlungsströmen einmal mit und einmal ohne die eingestellten Kosten.

Darf ein Anbieter die Gebühren später erhöhen?

Ja, eine Kostenänderung ist gesetzlich nicht generell ausgeschlossen. Der Anbieter muss sie aber mindestens vier Monate zum Ende eines Kalendervierteljahres vor dem Wirksamwerden anzeigen und die Auswirkungen in aktualisierten Kosteninformationen ausweisen. Nicht ordnungsgemäß angezeigte Kosten sind nicht geschuldet.

Bei einer Kostenänderung muss der abgebende Anbieter eine Übertragung auf einen anderen Altersvorsorgevertrag jederzeit kostenfrei ermöglichen. Der neue Anbieter darf für die Annahme des Kapitals eine einmalige Verwaltungspauschale bis 150 € verlangen.

Deshalb Angebote datieren: „0 €“ oder „0 %“ gilt nur für den ausdrücklich genannten Zeitraum und Kostenblock. Beispielsweise nennt Scalable 0 % Produktkosten für das Standarddepot derzeit nur für 2027.

Was kosten Kündigung und Anbieterwechsel?

Ein förderunschädlicher Anbieterwechsel ist von einer Kündigung mit Auszahlung zu unterscheiden. Bei einem Wechsel darf der abgebende Anbieter in den ersten fünf Jahren höchstens 150 € verlangen; danach ist die Übertragung kostenfrei. Eine Auszahlung an dich kann zusätzlich die Rückzahlung der Förderung auslösen.

Kann ich Beiträge erhöhen, reduzieren oder aussetzen?

Zertifizierte Verträge müssen das Ruhenlassen ermöglichen. Beitragserhöhungen und -senkungen richten sich zusätzlich nach den Vertragsbedingungen und der jährlichen Obergrenze von 6.840 €. Weniger Einzahlung bedeutet weniger beitragsproportionale Zulage; oberhalb von 1.800 € Eigenbeitrag wächst die Grundzulage nicht weiter.

Unsere spätere Vergleichsregel

Eine GesamtkostenkennzahlWir führen Vertrag, Anlage und Auszahlung zusammen.
Euro statt KleingedrucktesWir zeigen den modellierten Verlust an Endkapital und Monatszahlung.
Gleiche AnnahmenAnbieter werden nur mit identischem Alter, Beitrag und Renditeszenario verglichen.
Werbung getrenntAffiliate-Vergütung fließt nicht in Bewertung oder Reihenfolge ein.

Bis finale Preis- und Leistungsverzeichnisse vorliegen, vergeben wir keine Sterne und küren keinen Testsieger. Wo Kosten noch unbekannt sind, steht „nicht veröffentlicht“ – nicht null Euro.

Kosteneffekt selbst testenIm Detailcheck kannst du die jährlichen Gesamtkosten granular verändern.
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Primärquellen & MethodikBMF: Standarddepot und Wechsel ↗§ 7c AltZertG: Kostenänderung ↗Unsere Rechenmethodik →Beobachtete Anbieter →